Physiotherapie


Physiotherapie ist der Oberbegriff für
Krankengymnastik und physikalische Maßnahmen.

Der Begriff Physiotherapie leitet sich aus dem Griechischem ab:

physio = Natur

therapia = Behandlung von Krankheiten

Physiotherapie ist eine natürliche Alternative bzw. sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen oder operativen Behandlung von Krankheiten.

Über 20 Millionen Bundesbürger klagen über wiederkehrende Rücken- oder Gelenkschmerzen. Hier kann die Physiotherapie durch Anwendung äußerer Heilmittel gezielt eingesetzt werden. Sie nutzt die natürlichen Anpassungsfähigkeiten des Körpers.

Physiotherapie bewirkt:
  • Reduktion von Schmerzen
  • Erhalt, Verbesserung oder Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit von Gelenken
  • Förderung von Kraft und Kraftausdauer
  • Steigerung der Koordinationsfähigkeit
  • Verbesserung der Stoffwechselsituation und der Durchblutung
Außerdem spielt Physiotherapie eine wichtige Rolle bei der Prävention bestimmter Erkrankungen.

Bei einer physiotherapeutischen Behandlung können aktive oder passive Maßnahmen zur Anwendung kommen.
  • aktive Maßnahmen:
    Der Patient führt nach Anleitung des Therapeuten aktive Bewegungen und Übungen durch.
  • passive Maßnahmen:
  • Der Therapeut führt die Bewegung des Patienten.
    Weitere passive (physikalische) Maßnahmen ergänzen das Spektrum in der Physiotherapie
  • Thermische Maßnahmen, wie z.B.:
    Rotlicht, Fangopackungen, Heißluft, Heiße Rolle, Cryo-Therapie (Kältetherapie)
  • Elektrische Maßnahmen, wie z.B.:
    Reizstrom, Ultraschall, Hydro-Elektrische Bäder (Stanger-Bad)
  • Mechanische Maßnahmen, wie z.B.:
    Massagen, Triggerpunktbehandlung, Querfriktionen, Bindegewebsmassage
Der geschulte Therapeut orientiert sich bei der Untersuchung und Behandlung an den Beschwerden und Funktions- und Bewegungseinschränkungen des Patienten. Hierbei ist die Kommunikation zwischen Patient und Therapeut wesentlich. Durch die Behandlung wird die Wahrnehmung des eigenen Körpers geschult und dadurch das Verständnis für die funktionellen Zusammenhänge im Organismus gefördert. Der Patient lernt, Eigenverantwortung für seinen Körper zu übernehmen und wird gleichzeitig zur Eigenaktivität motiviert.

Physiotherapie erfolgt in der Regel auf ärztliche Verordnung, welche im Rahmen des Heilmittelkataloges durch einen Fach- oder Allgemeinarzt, aber auch durch Zahnärzte ausgestellt wird. Im Heilmittelkatalog ist festgelegt, bei welcher Diagnose welche Art von Behandlung, wie oft und in welcher Frequenz sinnvoll und wirtschaftlich ist. Er ist das Ergebnis ständiger Verhandlungen der Krankenkassen, Ärzte und Berufsverbände der Physiotherapeuten.

Bei welchen Beschwerden und Erkrankungen kann Physiotherapie verordnet werden?
  • bei chronischen und akuten Beschwerden des Knochen- und Gelenksystems (z.B. Arthrose, Blockierungen, Bandscheibenvorfälle, Osteoporose, Kiefergelenksbeschwerden)
  • zur Kopfschmerz- und Migränebehandlung
  • zur Nachsorge bei Knochenbrüchen, Gelenk-Operationen und Gelenkersatz durch Kunstgelenke
  • nach Bänder- Sehnen- und Muskelrissen (z.B. durch Sportverletzungen und Stürze)
  • nach Amputationen
  • bei Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (z.B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, Querschnittslähmung, Morbus Parkinson, Polio)
  • bei Erkrankungen der Atemwegsorgane (z.B. Mucoviszidose, Asthma)
  • bei Herz- Kreislauf- und Gefäßerkrankungen (z.B. Venenerkrankungen, pAVK)
  • bei postoperativen oder chronischen Schwellungszuständen (z.B. Lymphödem, Lipödem)
  • zur Vor- und Nachsorge in der Schwangerschaft (z.B. Beckenbodengymnastik)
  • zur Förderung der Motorik bei entwicklungsverzögerten Kindern
  • Fehlhaltungen oder Haltungsschwächen bei Kindern (z.B. Skoliose, Senk- und Plattfuß, Rundrücken)

Welche physikalischen Maßnahmen können vom Arzt verordnet werden?
  • KG (Krankengymnastik)
  • KG-ZNS (Krankengymnastik auf neurophysiologischer Basis wie z.B. PNF, Bobath, Vojta)
  • KMT (Klassische Massagetherapie)
  • MT (Manuelle Therapie)
  • BGM (Bindegewebsmassage)
  • ATG (Atemgymnastik)
  • MLD (Manuelle Lymphdrainage für 30, 45 oder 60 Minuten)
  • UWDM (Unterwasserdruckstrahlmassage)
  • Stangerbäder
Ergänzende Maßnahmen:
  • Fangopackungen
  • Heißluft
  • Heiße Rolle
  • Elektrotherapie
  • Ultraschall
  • Kältetherapie
Ferner können verordnet werden:
  • Bewegungsbad (Einzel- oder Gruppentherapie)
  • Krankengymnastik in der Gruppe
  • Rückenschule